stille hunde

stille Hunde „Friedrich Glauser: Der alte Zauberer“

Auf der Polizei in Bern ist ein anonymer Brief eingegangen, in dem der sechzigjährige Bauer Berthold Leuenberger aus Waiblikon bezichtigt wird, seine vier verstorbenen Ehefrauen ermordet zu haben. Kommissär Studer soll diesem Gerücht nachgehen und ist deshalb im herbstlichen Regen zu Fuß unterwegs in den abgelegenen Weiler. Gegen 10 Uhr erreicht er den Ort und geht in das einzige Gasthaus. Dort gibt er sich als Vertreter für Düngemittel aus und beginnt die Serviertochter über die Landwirte der Gegend zu befragen. Als diese auf Leuenberger zu sprechen kommt, stellt sich heraus, dass dieser den Ruf eines Menschen mit übernatürlichen Kräften hätte; von fern kämen manchmal Leute zu ihm, wenn ein Arzt nichts mehr ausrichten könne. Die streng Gläubigen der Umgebung behaupteten, Leuenberger sei mit dem Teufel im Bunde. Viele Menschen hätten Angst vor dem Bauern und glaubten nicht, dass seine Frauen an Darmkatarrh gestorben seien, sondern von ihm ermordet wurden. Nach dieser Befragung gelangt Studer zum Hof von Leuenberger und wird von ihm zum Mittagessen eingeladen. Als der Kommissär die Stube betritt, beschleicht ihn eine unerklärliche Furcht vor dem Mann. Der Bauer indes scheint bemerkt zu haben, dass Studer kein Vertreter ist, sondern von der Polizei kommt und beginnt nun ein psychologisches Duell.

Friedrich Glauser wurde am 4. Februar 1896 in Wien geboren. Die Mutter war Österreicherin, der Vater Schweizer. Sein Leben war von Rastlosigkeit geprägt, unzählige Orte und Stationen säumten seinen Weg: Schulen in der Schweiz und in Österreich, Erziehungsheime, Gefängnisse und Psychiatrische Kliniken. Friedrich Glauser lebte in Frankreich, Belgien und Italien, war lange Zeit morphiumsüchtig, verbrachte einige Jahre in der Fremdenlegion und nahm teil an der Dadaismus-Bewegung in Zürich. Er starb am 8. Dezember 1938 in Nervi bei Genua. Friedrich Glauser gilt als der erste deutschsprachige Krimiautor und seit 1987 wird alljährlich in mehreren Kategorien vom Syndikat der Friedrich-Glauser-Preis verliehen. Der abgekürzt Glauser genannte Preis ist neben dem Deutschen Krimi Preis der wohl wichtigste Krimipreis im deutschsprachigen Raum. Wir freuen uns sehr, dass in diesem Jahr mit Bernhard Aichner der Glauser Preisträger von 2017 beim Mordsharz Festival zu Gast ist.

Die freie Theaterformation stille hunde wurde Anfang September 2008 von Stefan Dehler und Christoph Huber gegründet. Das Team hat innerhalb weniger Jahre eine große Bandbreite an Aktivitäten entwickelt und stellt die unterschiedlichsten Spielformen, Genres und Themen in seinem Spielplan vor. Die Produktionen von stille hunde werden regelmäßig in Spielstätten der Göttinger Innenstadt sowie als Gastspiele in der Region aufgeführt. Mit 130-150 lokalen und regionalen Auftritten im Jahr stellt das Programm von stille hunde inzwischen einen markanten Anteil an den künstlerischen Angeboten in Göttingen und der Region dar. Inzwischen kann das Team auf eine ganze Reihe erfolgreicher Gastspiele durch das europäische Ausland zurückschauen: So wurden stille hunde bereits nach Österreich, in die Schweiz, Mazedonien, Finnland, Bulgarien und die Türkei eingeladen.


„Ein Auftritt der stillen Hunde ist wie ein Tornado, von dem man mitgerissen wird und aus dem es kein Entkommen gibt.“ Besucher des Mordsharz Festivals 2013

 Porträt ©stille hunde

Zurück zur Programmübersicht