Harzer Hammer

HARZER HAMMER 2022
Der Literaturpreis zur Förderung von NachwuchsautorInnen im Bereich
Kriminalroman/Thriller. Das Mordsharz Krimifestival vergibt im September 2022 zum fünften
Mal den Krimipreis „Harzer Hammer“ zur Förderung von NachwuchsautorInnen.
Ausschreibung und Teilnahmebedingungen finden Sie hier!

 



 
 

  

PREISTRÄGER 2022:
Johann Palinkas „Coup“

Foto: ©Chris Dolle;
(Johann Palinkas, Andreas Gruber)

 

 

 

 

 

Der Krimipreis Harzer Hammer 2022 geht an Johann Palinkas für seinen Politthriller „Coup“.

Zum Auftakt des Mordsharz-Festivals in Wernigerode wurde der gewichtige Preis an den Nachwuchsautor von der Vorjahressiegerin Frauke Buchholz überreicht. Die Laudatio hielt niemand Geringerer als der Bestsellerautor und Mitbegründer des Preises Andreas Gruber.
Er lobte unter anderem die prophetischen Fähigkeiten von Johann Palinkas, denn der im September letzten Jahres erschienene Roman schildert einen Konflikt der Europäischen Union mit Russland und im Fahrwasser politischer Intrigen einen bewaffneten Putschversuch der Bundeswehr. Die Jury wie auch Andreas Gruber überzeugte neben dem äußerst brisanten Thema auch der rasante Schreibstil, bei dem trotz des Tempos sämtliche Figuren plastisch ausgearbeitet sind, so dass die Geschichte nur schwer loslässt.
„Ich habe das Buch nicht gelesen, sondern beim Walken das Hörbuch gehört“, erzählte Andreas Gruber begeistert, „noch nie bin ich so viel am Stück gewandert.“ Eine kleine Kostprobe las der frischgebackene Preisträger natürlich auch und überzeugte damit viele Zuhörer, die im Anschluss umgehend ein Buch kauften.
Frauke Buchholz, die im vergangenen Jahr für „Frostmond“ ausgezeichnet worden war, hat inzwischen ganz frisch ihren zweiten Krimi veröffentlicht, aus dem sie anschließend las. Wie schon der Vorgänger spielt auch „Blutrodeo“ in Kanada und befasst sich mit Problemen der indigenen Bevölkerung. Ihr Ermittler Ted Garner wird zum größten Rodeo der Welt beordert, wo es zu mysteriösen Morden an älteren Männern kam.
„Im Buch gibt es viele Rückblenden“, erläuterte die Autorin und las eine davon, die in einem einem Weisenhaus spielt und von einem Mädchen erzählt, das ihr erstes Mal erlebt, gänzlich unromantisch und ziemlich ernüchternd geschildert. Weiterhin spiele der „industrielle Genozid“ eine große Rolle, also die Zerstörung indigenen Lebensraumes durch Abbau von Bodenschätzen und daraus resultierende Schadstoffbelastung. Frauke Buchholz sieht sich auch in gewisser Weise als Sprachrohr für die First Nations und insbesondere die Cree, deren Probleme hierzulande kaum bekannt sind.
Zuvor las Mario Schulze aus seinem Harzkrimi „Wagen 8“, der die Entführung eines Zuges der Harzer Schmalspurbahn erzählt. In einer Szene, die er seinen Zuhörern vorstellte, wurde deutlich, dass die Täter nicht aus eigenem Antrieb handeln, sondern offenbar selbst gezwungen werden. „Die Fahrt zum Brocken dauert 40 Minuten, diese Lesung 45“, verkündete er, „aber sie erfahren das Ende trotzdem nicht.“
Was sein Publikum aber noch erfuhr, war die Perspektive des Fahrdienstleiters, der feststellen muss, dass der entführte Zug und ein Gegenzug nach dem Stand der Dinge auf der eingleisigen Strecke aufeinandertreffen werden. Ob er die Katastrophe noch verhindern kann, verriet er natürlich nicht.
Für den krönenden Abschluss dieses äußerst gelungenen ersten Festivaltages sorgte Eric Berg mit seinem Krimi „Die Toten von Fehmarn“, in dem er seine Protagonistin Doro nach einem Todesfall auf der Insel zu ihrer Mutter schickt. Für Doro ist es auch eine Reise in die eigenen Vergangenheit, denn der Ermordete war ein Jugendfreund von ihr.
Doch die oft zwischen den Zeilen und mit bissigen Sticheleien ausgetragenen Konflikte zwischen Mutter und Tochter sorgten dafür, dass diese Lesung nicht zu düster wurde. Den im Buch mitschwingenden Humor transportierte der Autor insbesondere durch die Mitbewohnerin der Mutter, eine Rolle, die er sich für Lesungen geradezu auf den Leib geschrieben zu haben scheint. In jedem Fall überzeugte er durch eine oft pointierte, aber nie alberne Darstellung und machte definitiv Lust auf mehr.
(Chris Dolle)

 


 

  

PREISTRÄGERIN 2021:
Frauke Buchholz „Frostmond“

Foto: ©Chris Dolle;
(Sebastian Fitzek, Frauke Buchholz, Andreas Gruber)

 

 

 

 

 

Christof Weigold Oliver Bottini 2018

 

 

 

PREISTRÄGER 2018:
Christof Weigold „Der Mann, der nicht mitspielt“ (KiWi)

Zur Laudation von Andreas Gruber.

 

Foto: ©Chris Dolle; (Christoph Weigold (l) und Oliver Bottini (r)
 

 

 

Christof Weigold Thomas Koehler Konstantin Zorn Andreas Gruber 2019

 

PREISTRÄGER 2019:
Thomas Koehler/Konstantin Zorn „Lambachs letzter Fall“ (Salomo)

 

 

Foto: ©Chris Dolle;
(von l. nach r. Christoph Weigold, Thomas Köhler, Konstantin Zorn, Andreas Gruber)

 

 

 

 

 Peter Grandl 2020

 

PREISTRÄGER 2020:
Peter Grandl „Turmschatten“ (Das Neue Berlin)

Foto: ©Chris Dolle;
(Peter Grandl)

 

 

 

 

 

 


  

PREISTRÄGERIN 2021:
Frauke Buchholz „Frostmond“

Foto: ©Chris Dolle;
(Sebastian Fitzek, Frauke Buchholz, Andreas Gruber)